Dichtflächen an Einschraubbohrungen

 

Die Qualität von Dichtflächen an Einschraubbohrungen ISO 1179-1 / Din 3852-2 sowie

ISO 9974-1 / DIN 3852-1 (Abb.1) ist entscheidend für die Funktionssicherheit von hydraulischen Systemen, Maschinen oder Anlagen.

 

Unsachgemäß hergestellte oder beschädigte Dichtflächen (Abb.2) haben Leckverluste und den damit unmittelbar verbundenen Funktionsausfall der Systeme zur Folge.

 

Daher wird in der gesamten Fluidtechnik besonderer Wert auf die hochwertige Ausführung der Dichtflächen gelegt.

 

 

Wesentliche Kriterien bei der Bewertung einer Dichtfläche sind:

 

      1.   Die Lageabweichung (Winkellage) der Dichtfläche zum Gewinde der Einschraubbohrung 

      2.   Die Oberflächenbeschaffenheit der Dichtfläche


Bei der Serienanfertigung von hydraulischen Komponenten auf Werkzeugmaschinen wie z.B. auf einem Bearbeitungszentrum, einem Bohrwerk, einer Fräs- oder Bohrmaschine wird das 1. Kriterium in der Regel durch die Beschaffenheit der Maschine erfüllt.


Das 2. Kriterium ist – solide Beschaffenheit der Maschine vorausgesetzt – nicht von der Maschine abhängig, sondern von den Werkzeugen. Ungeeignete oder stumpfe Werkzeuge erzeugen Oberflächen, welche die Anforderungen an das 2. Kriterium nicht erfüllen, die spätestens bei der Montage der Komponenten, Maschinen- oder Baugruppen - Funktionsprobleme bereiten und nachgearbeitet werden müssen.

 

Bei der Reparatur von bereits in Betrieb befindlichen Systembaugruppen, Maschinen oder Anlagen müssen in der Regel Rohrverschraubungen oder Verschlussschrauben demontiert werden, so dass bei der Montage die entsprechenden Dichtflächen das 2. Kriterium meist nicht mehr erfüllen.

 

Zum Teil sind die Flächen beschädigt, korrodiert oder mit Farbe versehen. Beschädigungen können zum einen durch die Verwendung von Rohrverschraubungen oder Verschlussschrauben mit Metall-Dichtkanten oder durch unvorsichtiges Vorgehen bei der Demontage entstehen.

 

Ein Nacharbeiten oder Instandsetzen der Dichtfläche ist daher unumgänglich, damit nach der Montage die Funktionssicherheit des reparierten hydraulischen Systems, der Maschine oder der Anlage wieder gewährleistet ist.

 

Das Nacharbeiten von beschädigten Dichtflächen erfordert ohne die Anwendung der multicut* -Präzisionswerkzeuge den Einsatz von teuren Werkzeugmaschinen, auf denen die Systembaugruppen aufwendig ausgerichtet und bearbeitet werden müssen. Hinzu kommt der Produktionsausfall der Anlagen und Maschinen durch die lange Wartezeit sowie die Zeit für die Demontage und Montage der hydraulischen Systeme.

 

Die Reparatur einer einzigen Dichtfläche verursacht hierdurch enorme Kosten, die nicht selten drei- bis vierstellige Beträge annehmen können.